WIRKSAMKEIT UND SICHERHEIT VON HYALURON-SÄURE-ZÄPFCHEN (CIKATRIDINA®) BEI DER BEHANDLUNG HORMON- ODER CHEMO- THERAPIE-INDUZIERTER VAGINALER ATROPHIE BEI MAMMAKARZINOM-PATIENTINNEN | ЕВРОЛЕК
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WIRKSAMKEIT UND SICHERHEIT VON HYALURON-SÄURE-ZÄPFCHEN (CIKATRIDINA®) BEI DER BEHANDLUNG HORMON- ODER CHEMO- THERAPIE-INDUZIERTER VAGINALER ATROPHIE BEI MAMMAKARZINOM-PATIENTINNEN

M.-K. M. Tea, V. Priemer, E. Kubista

Summary

Efficacy and safety of hyaluronic acid (Cikatridina) in mamma car­cinoma patients suffering from hormone- or chemotherapy indu­ced vaginal atrophy: In an open post marketing study on 100 patients the effects on symptome reduction, quality of life and sexuality have been evaluated. Almost all symptoms showed significant reduction, especially the symptom atrophy. The tolera­bility was stated as very good.

Zusammenfassung

In einer Therapiebeobachtung mit 100 Patientinnen, die aufgrund der Diagnose Mammakarzinom eine Chemo- oder Hormontherapie erhiel­ten und infolgedessen an vaginaler Atrophie litten, wurde der Einfluß von Hyaluronsäurezäpfchen auf Be­schwerdeverlauf, Lebensqualität und Sexualität untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Verbesserung fast aller Symptome. Besonders deut­lich reduzierte sich das Symptom Atrophie. Die Verträglichkeit wurde als sehr gut bewertet.

Einleitung

Krebspatientinnen, die eine Chemo- oder Hormontherapie erhalten, sind von zahlreichen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Haarausfall, Müdigkeit betroffen. Eine der weniger schwer­wiegenden Nebenwirkungen ist die Scheidentrockenheit, die jedoch trotzdem eine zusätzliche Belastung darstellt und Lebensqualität und Sexualleben negativ beeinflußt. Zur Linderung dieser Beschwerden stehen Östrogenzäpfchen und Gleitgels zur Verfügung.

Eine Bereicherung der Therapieoptio­nen bei vaginaler Atrophie und gerade auch für Krebspatientinnen stellen Zäpfchen mit dem Hauptwirkstoff Hyaluronsäure dar. Die pharmakolo­gische Wirkung der Hyaluronsäure bei regenerativen Abläufen im Gewebe und in der Wundheilung ist bestens dokumentiert [1].

In vorliegender Therapiebeobachtung sollen Wirksamkeit und Verträglich­keit von Hyaluronsäurezäpfchen bei Chemo- und Hormontherapie-indu- zierter vaginaler Atrophie von Krebs­patientinnen untersucht werden.

Patienten und Methoden

Im Zeitraum von November 2004 bis Jänner 2006 wurden im Rahmen einer Therapiebeobachtung an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien, Abteilung für Spezielle Gynä­kologie, Wirksamkeit und Verträg­lichkeit von Hyaluronsäure-Zäpfchen (Cikatridina) bei vaginaler Atrophie infolge Hormon- oder Chemotherapie bei Patientinnen mit Diagnose Mam­makarzinom untersucht.

Insgesamt wurden 100 Patientinnen rekrutiert und die Behandlungsdaten aufgezeichnet. Im Mittelwert waren die Patientinnen 59 Jahre alt (Std. Abw. 11,2, Median 62 Jahre), die jüngste Patientin war 36 Jahre alt, die älteste 84 Jahre. 20% der Patientinnen er­hielten eine Chemotherapie, 78,9% eine Hormontherapie (Tab. 1 und 2).

Tabelle 1: Chemotherapie

Medikation Anzahl
FEC 8
ET 7
Caelyx 1
FEC u. Bestrahlung 1
FEC u. Herceptin 1
Navelbine 1
Keine Angabe 1

Die Untersuchung bestand aus 2 Be­handlungsphasen und 3 Visiten. Die erste Visite diente der Rekrutierung, der Aufzeichnung und Einschätzung der Ausprägung folgender Symptome anhand einer Bewertungsskala von 0 (= kein) bis 10 (= sehr stark): Trok- kenheit, Brennen, Fissuren, Schmer­zen, Hitzegefühl, Spannungsgefühl, Rötung, Entzündung. Weiters wurden die Patientinnen in der Rekrutierungs­phase gebeten, Fragen zum Bereich „Quality of Life» zu beantworten. Erfragt wurden Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die vaginale Trockenheit, Behinderung durch die vaginale Trockenheit beim Ge­schlechtsverkehr, bewertet auf einer Skala von 0-10. Des weiteren wurde gefragt nach Angst vor Schmerzen und Angst vor Verletzungen beim Geschlechtsverkehr, zu bewerten mittels Ordinalskala leicht, mittel, stark, sehr stark. Ja und Nein war auf die Frage nach der Vermeidung von Geschlechtsverkehr überhaupt auf­grund von Angst zu antworten. Auf Visite 1 folgte eine 20-tägige Initial­therapie, in der das Prüfpräparat 1x täglich vor dem Schlafengehen in die Scheide einzuführen war. Bei der 2. Visite wurden die Veränderungen des Beschwerdeverlaufes nach der Initi­altherapie dokumentiert. Danach folgte eine 10-wöchige Erhaltungs­therapie, in welcher das Präparat 2x wöchentlich anzuwenden war und mit dem Abschlußtermin endete. Beim Prüfpräparat handelte es sich um eine Extraktzubereitung in Zäpf­chenform (Cikatridina-Vaginalzäpf- chen Hyaluronsäure-Natriumsalz 5 mg, Vertrieb in Österreich CSC Phar­maceuticals Handels GesmbH).

Tabelle 2: Hormontherapie

Medikation Anzahl
Novaldex 37
Arimidex 18
Novaldex u. Zoladex 9
Femara 6
Aromasin 1
Arimidex u. Zoladex 1
Novaldex u. Arimidex 1
Novaldex, seit 6/05 Arimidex 1
Keine Angabe 1

Nebenwirkungen wurden beim ersten Kontrolltermin und beim Abschluß­termin erfaßt. Weiters erfolgte beim Abschlußtermin eine subjektive Beurteilung von Wirksamkeit und Verträglichkeit von Arzt und Patientin, zu bewerten auf einer Ordinalskala mit sehr gut, gut, mäßig, schlecht.

Die Daten wurden mit Hilfe des t-Tests statistisch ausgewertet.

Tabelle 3: Veränderung der Symptome im Verlauf der Behandlung

Mittelwert bei Rekrutierung (Visite 1) Mittelwert bei Abschlußuntersuchung Signifikanz (p < 0,01)
Dyspareunie 2,87 1,42 0,000001 hoch
Schmerzen 0,33 0,09 0,042225 tendenziell
Hitzegefühl 0,68 0,27 0,010547 tendenziell
Trockenheit 5,65 1,64 0,000000 hoch
Spannungsgefühl 0,92 0,19 0,000209 hoch
Brennen 1,74 0,59 0,000001 hoch
Juckreiz 1,67 0,25 0,000000 hoch
Fissuren 0,92 0,2 0,000259 hoch
Rötung 0,65 0,14 0,005315 hoch
Entzündung 1,13 0,15 0,000052 hoch

 

Ergebnisse

Patientenkollektiv

Aus 100 Patientenbögen konnte in 5 Fällen die regelmäßige Anwendung des Prüfpräparates nicht sichergestellt werden, diese wurden von der Be­trachtung ausgeschlossen. In neun Fällen wurde die Behandlung nach der 2. Visite abgebrochen, in diesen Fällen wurden die Werte mittels LOCF übertragen (Abb. 1).

Behandlungsdauer

Geplant war eine Behandlungsdauer von insgesamt 90 Tagen. Im Mittelwert fand der erste Kontrolltermin (Visite 2) 20,1 Tage nach Behandlungsbeginn statt, der Abschlußbesuch (Visite 3) fand durchschnittlich 82,1 Tage nach dem ersten Kontrolltermin (Visite 2) statt.

Rückgang der Symptomatik unter der Behandlung

Alle in der Therapiebeobachtung kontrollierten Symptome mit Aus­nahme von Schmerzen und Hitzege­fühl, deren Ausgangswerte ohnehinim niedrigen Bereich lagen, weisen eine hochsignifikante Verbesserung von der ersten Visite bis zur Abschluß­visite auf. Bei den meisten Symptomen zeigte sich schon eine hochsignifikan­te Verbesserung nach 20 Tagen. Be­sonders deutlich ist die Verbesserung des Symptoms Trockenheit (Abb. 2 u. Tab. 3).

Einfluß auf Lebensqualität und Sexualität

Einige Kriterien aus dem Bereich „Quality of Life» zum Thema Be­schwerden beim Geschlechtsverkehr wurden nur von aktiven Patientinnen beantwortet, daher wurden auch dem­entsprechend weniger Patientinnen in der Auswertung berücksichtigt.

Befragt bei der Erstvisite nach der Beeinträchtigung der allgemeinen Lebensqualität durch die vaginale Trockenheit, ergab sich ein Mittelwert im Ausmaß von 1,3; befragt nach der Behinderung beim Geschlechtsver­kehr durch die Symptome ein Mittel­wert von 2,47 12,3 % der Patientinnen gaben an, starke Angst vor Schmerzen zu haben, 3,5 % sehr starke Angst. 10,7 % gaben an, starke Angst vor Verletzungen zu haben, 1,8% sehr starke Angst. 21,1 % der Patientinnen meinten, sie würden den Geschlechts­verkehr aus Angst vor Verletzungen und Schmerzen überhaupt vermeiden.

Die Verbesserung der Lebensqualität durch die Behandlung, bewertet an­hand der Skala von 0-10, ergab einen

Mittelwert von 3, ca. 5,4% der Patientinnen gaben an, daß sich ihre Lebensqualität sehr stark (Stufe 10) verbessert hat, weitere 5,4 % sehen subjektiv immerhin noch eine stärke­re Verbesserung (Stufen 8 und 9). Die Verbesserung der Behinderung des Geschlechtsverkehrs durch die Sym­ptome nach Behandlung ergaben ei­nen Mittelwert von 1,89. Hier gaben 2,8% der Patientinnen an, eine sehr starke Verbesserung wahrgenommen zu haben, weitere 8,4% haben zu­mindest eine stärkere Verbesserung empfunden (Stufen 8 und 9).

Nebenwirkungen

Nach 20 Tagen traten bei 7 von 95 Patientinnen — das sind 7,4 % — Ne­benwirkungen auf, in 3 Fällen wurde die Behandlung daraufhin abgebro­chen. Bei 2 Patientinnen dieser Fälle trat ein Brennen auf, bei einer Patien­tin davon wird Blutung beim Ge­schlechtsverkehr genannt, was aber auf die empfindliche Vaginalhaut und nicht auf die Behandlung zurück­zuführen ist. Weiters auf die Behand­lung nicht zurückzuführen sind Haar­ausfall und Menses. Die restlichen der 7 Nebenwirkungen sind leichtes Jucken und leichtes Brennen in den ersten 3 Tagen.

Nach der Abschlußvisite waren nur noch bei 2 Patientinnen — das sind 3,1 % — Nebenwirkungen festzustel­len.

Verträglichkeit und Einschätzung der Wirksamkeit

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Abbildung 1: Patientenkollektiv

Sowohl Ärzte wie auch Patientinnen stellen dem Prüfpräparat hinsichtlich der Wirksamkeit ein gutes Zeugnis aus: Jeweils 70% bewerten es als sehr gut. Noch besser wird die Ver­träglichkeit beurteilt: Hier beurteilen 85 % der Ärzte und 76% der Patien­tinnen das Prüfpräparat als sehr gut.

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Abbildung 2: Signifikante Reduktion des Symptoms Trockenheit (p < 0,001)

Diskussion

Im Rahmen der vorliegenden Thera­piebeobachtung wurden 95 Patien­tinnen mit den Hyaluronsäurezäpf­chen behandelt und die Veränderung des Beschwerdeverlaufes, sowie der Einfluß auf Lebensqualität und Se­xualität und die Verträglichkeit doku­mentiert. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Verbesserung aller Sym­ptome außer Schmerzen und Hitze­gefühl. Besonders deutlich ist die Verbesserung des Hauptsymptoms vaginale Atrophie. Hier ist festzustel­len, daß bereits in der Initialphase, also während der 20-tägigen Behand­lung eine signifikante Reduktion des Symptoms stattfand und auch in der Erhaltungsphase eine weitere deutli­che Verbesserung erreicht wurde.

Cikatridina erwies sich als sehr gut verträglich. Die aufgetretenen Neben­wirkungen waren durchwegs leichter Natur und teilweise nicht kausal auf die Behandlung mit Cikatridina zu­rückzuführen.

Hinsichtlich Lebensqualität und Se­xualität ist zu bemerken, daß einer­
seits natürlich die Grunderkrankung als stärker die Lebensqualität beein­trächtigend empfunden wird als die vaginale Atrophie. Die Sexualität ist ein sensibles Thema und somit war die Auskunftsbereitschaft nicht sehr groß. Das Durchschnittsalter von 59 Jahren dürfte bei der Offenheit gegen­über einer solchen Fragestellung auch eine wesentliche Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund zeigt sich dennoch eine leichte Verbesserung der Lebensqualität insgesamt nach Behandlung als auch eine leichte Verbesserung der Beschwerden beim Geschlechtsverkehr.

Die Ergebnisse zeigen, daß Cikatridi- na-Vaginalzäpfchen wirksam und gut verträglich in der Behandlung vagina­ler Atrophie bei dieser sensiblen Pati­entengruppe sind und die Symptome rasch und nachhaltig verbessern kann. Die Patientinnenzufriedenheit war sehr hoch. So halten 85 % der Patien­tinnen Cikatridina-Vaginalzäpfchen für sehr empfehlenswert und viele wollten das Präparat nach Beendigung der Untersuchung weiterverwenden.

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Dr. Muy-Kheng Maria Tea
Geboren 1979 in Sageo, Thailand. Von 1998 bis 2004 Studium der Humanmedizin an der Universität Wien. 2004, Promotion, Dissertation an der Universitäts­klinik für Frauenheilkunde, Abteilung für Spezielle Gynäkologie, AKH-Wien, Thema: Häufigkeit und Penetranz der ATM-Mutation L1420F in österreichi­schen Familien mit gehäuftem Brust- und Eierstock­krebs. 2003 bis 2004 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung für Spezielle Gynäkologie, Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien. Seit 2004 an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Ausbildung zur Fachärztin. 2005 Diplom: Akupunktur. 2006 Diplom: Klinischer Prüfarzt.

Korrespondenzadresse:

Dr. Muy-Kheng Tea Universitätsklinik für Frauenheilkunde Abteilung für Spezielle Gynäkologie,

A-1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20 E-mail: muy-kheng.tea@meduniwien.ac.at

Literatur:

  1. John Chen WY et al. Functions of hyaluronan in wound repair. Wound Rep Reg 1999; 7: 79-89

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